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Warum wir verlernt haben, auf unseren Körper zu hören

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Morgens als Erstes Kaffee, weil Wachwerden gerade wichtiger ist als Frühstücken. Bis zum frühen Nachmittag dann nichts essen, weil zu viel zu tun ist. Nur noch schnell das hier, nur noch schnell das da, bevor ich mich um mich selbst kümmere.

Abends liege ich müde im Bett, ein voller Tag hinter mir, und im Kopf läuft trotzdem schon das nächste Projekt weiter. Wie löse ich dieses Problem? Was mache ich morgen zuerst? Was habe ich heute nicht geschafft? Der Stress geht einfach mit ins Bett.

Ich mache das nicht anders als vermutlich viele von euch. Und das Auffällige daran ist gar nicht, dass ich das tue. Das Auffällige ist: Ich merke es die ganze Zeit.

Ich spüre den Hunger. Ich spüre die Müdigkeit. Ich merke, dass mein Kopf abends nicht zur Ruhe kommt. Ich weiß eigentlich längst, dass eine Pause guttun würde. Und trotzdem mache ich weiter wie vorher.

Wir haben nicht verlernt, unseren Körper zu hören. Wir haben gelernt, ihn zu übergehen.

Das ist ein Unterschied, der für mich ziemlich viel verändert.

„Verlernt“ würde bedeuten, dass diese Fähigkeit irgendwann verschwunden ist und wir sie uns mühsam wieder aneignen müssen. „Übergehen“ bedeutet etwas anderes: Die Wahrnehmung ist längst da. Der Hunger, die Müdigkeit, die Anspannung, die kreisenden Gedanken. Wir registrieren sie und schieben sie trotzdem beiseite.

Nicht jetzt. Gleich. Erst noch das hier.

Wie wir lernen, unseren Körper zu übergehen

Ein kleines Kind, das müde ist, diskutiert nicht darüber, ob es jetzt müde sein darf. Es reibt sich die Augen, wird quengelig und schläft im Zweifelsfall mitten im Wohnzimmer ein.

Nicht, weil Kinder besser darin wären als wir. Sie haben nur viele der Regeln noch nicht gelernt, nach denen wir Erwachsenen irgendwann funktionieren.

Erst die Arbeit, dann die Pause.
Erst noch schnell fertig machen.
Gegessen wird später.
Jetzt ist keine Zeit dafür.
Ich kann doch nicht schon wieder müde sein.

Der Körper hat nicht aufgehört, uns Signale zu senden. Wir haben nur angefangen, anderen Dingen mehr Gewicht zu geben.

Terminen. Arbeit. Familie. Erwartungen. Gewohnheiten. Vorstellungen davon, was wir leisten müssten.

Und manchmal sogar einer Zahl auf einem Display.

Der Tracker sagt, ich hätte schlecht geschlafen, obwohl ich mich eigentlich ausgeruht fühle. Und plötzlich glaube ich dem Tracker mehr als mir selbst.

Dabei weiß keine Zahl, wie es sich anfühlt, heute in meinem Körper zu sein.

Auf den Körper hören ist nichts Kompliziertes

Es geht nicht darum, den Verstand auszuschalten oder jedem Impuls sofort zu folgen. Es geht erst einmal nur darum, wieder ernst zu nehmen, was ich sowieso schon wahrnehme.

Vielleicht bin ich müde und mache diese eine Sache trotzdem noch fertig. Vielleicht habe ich Hunger und kann gerade nicht essen. Vielleicht merke ich, dass ich eine Pause brauche und entscheide mich bewusst dagegen.

Der Unterschied ist: Ich habe mich selbst dabei nicht übergangen.

Und vielleicht ist genau das der Anfang.

Nicht noch eine Methode. Keine neue Morgenroutine und keine zehn Schritte zu besserer Körperwahrnehmung.

Einfach wieder mitbekommen, was da ist.

Was nehme ich gerade in meinem Körper wahr?

Mehr muss daraus erst einmal nicht werden.

Genau darum geht es in meiner 7-Tage-Körperreise

Nicht um ein weiteres Programm, das du erledigen musst. Nicht um eine neue Aufgabe, bei der du am Ende besser funktionieren sollst. Sondern um sieben kurze Momente, in denen du innehältst und bemerkst, was in dir gerade passiert.

Du brauchst dafür nichts vorzubereiten. Du musst nichts können und nichts verändern. Du legst für ein paar Minuten das Handy beiseite, wirst still und richtest deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem, deinen Körper und das, was sich gerade zeigt.

Vielleicht bemerkst du Anspannung. Vielleicht Müdigkeit. Vielleicht auch gar nichts Besonderes. Alles davon ist in Ordnung.

Du musst deinen Körper nicht sofort verstehen. Du musst nicht auf jedes Signal reagieren. Du musst nur anfangen, wieder da zu sein, wenn er sich bemerkbar macht.

Wenn du heute beginnen möchtest, nimm dir fünf Minuten. Leg das Handy beiseite und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Nicht, um ihn zu verändern. Nur, um wahrzunehmen, dass er da ist.

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